Preis ohne Steuer 2.45€
Gurken haben ein schwaches Wurzelsystem, sind wärmebedürftiger, reagieren empfindlich auf Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen und werden leichter von Wurzelkrankheiten befallen als Kürbis. Da diese Kulturen jedoch verwandt sind, kann man Gurken zur Stärkung ihrer „Gesundheit“ auf Kürbis veredeln.
* Melone auf Kürbis veredeln.
Kürbis ist eine robuste und kräftige Pflanze, und eine solche Veredelung hilft der Melone, sich an ungünstige Umweltbedingungen anzupassen: Sie wird weniger empfindlich gegen Kälte, zu viel Feuchtigkeit und Krankheiten. Gleichzeitig steigt der Ertrag und die Reifezeit verkürzt sich. Der beste Zeitpunkt ist, wenn der Sämling das erste echte Blatt gebildet hat. Melonensamen (Edelreis) und Kürbissamen (Unterlage) werden meist in der zweiten Aprilhälfte bis Anfang Mai ausgesät. Mit dem Veredeln beginnt man am 10.–11. Tag nach dem Auflaufen, nachdem die Pflanzen vorher reichlich gegossen wurden.
Benötigte Werkzeuge:
- Veredelungsmesser oder Klinge
- Vliesband zum Binden
- Glasgefäß.
Schritt 1: den Topf so drehen, dass das erste echte Blatt der Unterlage von Ihnen weg zeigt. Den Vegetationspunkt (das kleine zweite Blatt) entfernen.
Schritt 2: mit dem Messer einen Längsschnitt am Hypokotyl zwischen den Keimblättern setzen, auf der dem ersten echten Blatt gegenüberliegenden Seite. Der Schnitt muss gerade sein und bis in den hohlen Mittelraum reichen, jedoch maximal 2 cm lang.
Schritt 3: das Edelreis an der Wurzel abtrennen und an der Seite der Keimblätter eine hauchdünne Schicht in derselben Länge wie der Schnitt an der Unterlage abziehen.
Schritt 4: vor dem Einsetzen das Schnittstück vorsichtig öffnen. Dazu den Stängel leicht biegen: unterhalb des Schnittes mit dem linken Daumen von sich weg drücken und oberhalb mit dem Zeigefinger zu sich hin – die Wunde öffnet sich leicht. Edelreis von oben einsetzen, damit die Schnittflächen Kontakt haben.
Schritt 5: darauf achten, dass die Melonenspitze bis ans Ende des Schnittes reicht und nicht in den Hohlraum rutscht. Die Keimblätter der Melone müssen über den Keimblättern der Kürbisunterlage liegen und parallel sein.
Schritt 6: zum Verbinden eignen sich schmale Vliesstreifen, notfalls auch Watte. Den Verband über die gesamte Schnittfläche von oben nach unten anlegen, ohne offene Stellen zu lassen. Er muss eng anliegen, darf aber nicht einschnüren. Bei Bedarf den Verband lockern und vollständig erst nach dem Auspflanzen entfernen.
Schritt 7: für besseres Verwachsen eine feuchte Atmosphäre schaffen, indem die Pflanze mit einem Glas oder einer Plastiktüte abgedeckt wird. In den ersten Tagen vor direkter Sonne schützen (z. B. mit Papier) und täglich kurz lüften. Bei erfolgreichem Verwachsen beginnt das Wachstum am 6.–8. Tag.
! Mit derselben Methode können auch Wassermelone und Gurke auf Kürbis veredelt werden – für eine frühe und reiche Ernte. Wählen Sie dafür kälteresistentere hartschalige Kürbisse. Muskat- und großfrüchtige Kürbisse sind dafür nicht geeignet.

Bot.: Cucurbita maxima x Moschata.

